Die Wahrscheinlichkeit, dass man irgendwann im Leben mit der Diagnose einer Krebserkrankung konfrontiert wird, liegt bei etwa 50 % und ist also alles andere als gering. Nicht von ungefähr kommt die Aufmerksamkeit für Krebserkrankungen in der Öffentlichkeit. Von besonderer Bedeutung ist für die Betroffenen zumeist die Frage, was sie selbst tun können, nachdem sie den Schock der Nachricht und die Therapievorschläge der Medizin erst einmal „verdaut“ haben.

Hier tut sich die sogenannte Schulmedizin oft schwer, eine für den Patienten griffige Antwort zu geben, ihn oder sie also gewissermaßen „mitzunehmen“. Statt dessen erfolgt vor allem der Hinweis auf die wissenschaftlich etablierten Protokolle, nach denen – wie „Studien“ gezeigt haben – „im Durchschnitt“ mit diesem oder jenem Behandlungserfolg zu rechnen sei. Allein, dem Patienten geht es primär um sich selbst, insofern sind irgendwelche Studie und auch der Durchschnitt dann fern.

Genau an dieser Stelle „verfängt“ der verführerische Jargon der diversen alternativmedizinischen Versprechungen jenseits der wissenschaftlichen (Schul-) Medizin, die nämlich gern mit dem Attribut der „sanften“ und der nebenwirkungsarmen oder gar nebenwirkungsfreien Behandlung daherkommen. Größer kann die Verführungskraft für den geplagten, an Krebs erkrankten Menschen dann nicht sein, der sich nicht nur in existentieller Gefahr sieht, sondern zugleich mit Nebenwirkungen konfrontiert, die einer neuen (zusätzlichen) Krankheit gleich kommen.

Unter dem Begriff der Integrativen Onkologie bemüht sich die in Jena lehrende Professorin Dr. Jutta Hübner seit einigen Jahren darum, aus dem Wust der alternativ- und komplementärmedizinischen Angebote jene herauszufinden, die jenseits wohlklingender Versprechungen auch etwas Substanzielles zu leisten vermögen, auch wenn diese Substanz in der Regel nichts mit einer Beeinflussung oder gar Heilung der Krebserkrankung zu tun hat. Aber wenn dieses substantiell Nützliche zum Beispiel mit der besseren Verträglichkeit der giftigen, naturwissenschaftlichen Krebsmedizin (Chemotherapie) zu tun hat oder anderweitig positiv auf die Lebensqualität des Patienten wirkt, dann ist es ja ohne Zweifel bedeutsam.

Das Hautkrebsnetztwerk Deutschland e.V. hat nun kürzlich eine kostenlose Broschüre „Was kann ich selber tun?“ herausgegeben, für die die Professorin Hübner inhaltlich verantwortlich zeichnet. Diese Broschüre ist für Patienten und Angehörige gleichermaßen nützlich. In ihr geht sie auf die geläufigen Begriffe und Unterschiede ein zwischen „Schulmedizin“, „Komplementärmedizin“ und „Alternativmedizin“, und sie erklärt mit Bezug auf die tatsächliche Beweislage, was der Patient an wirklich Sinnvollem selber tun kann. Dies fällt in die Bereiche: Bewegung/Aktivität, Ernährung sowie Naturheilverfahren.

Die Broschüre kann in ausgedruckter Form kostenlos angefordert werden bei: a.backes@hautkrebs-netzwerk.de.
Sie kann auch online über diesen Link heruntergeladen werden.

Nichts von dem, was die Broschüre enthält, scheint mir spezifisch nur für Hautkrebspatienten zu gelten, weshalb diese „Werbung“ für eine nützliche Broschüre hier ausdrücklich für alle an Krebs erkrankte Personen gedacht ist.